Die Zürcher Game-Designerin Philomena Schwab (27) ist auf Erfolgskurs. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie die erste Version ihres Games «Niche – a genetics survival game» herausgebracht. Ihre Entwicklung brachte ihr einen Eintrag auf der «Forbes»-Liste der 30 einflussreichsten Nachwuchs-Entwicklerinnen der Tech-Branche ein.

«Die Platzierung empfinde ich als schönes Kompliment, mein Alltag hat sich dadurch aber nicht verändert», sagt Schwab. Als unabhängige Entwicklerin bleibt sie ihrer Auffassung treu. «Uns geht es nicht um den Profit. Wir tun in erster Linie das, was uns Spass macht.»
 

Sofort angesteckt

Die eigenen Ideen realisieren und Games unabhängig entwickeln: Das bedeute harte Arbeit und finanzielles Risiko, sagt Schwab. Programmieren sei für sie lange Zeit nicht zur Diskussion gestanden, blickt sie zurück.

«Bis dann einige Freunde von mir eine Informatiker-Lehre begonnen haben. Sie haben mich mit ihrem Enthusiasmus sofort angesteckt und ich war begeistert von all den Möglichkeiten, welche einem das Programmieren eröffnet.» Fast hätte sie zu Beginn ein Biologie-Studium in Angriff genommen.

Game-Entwicklung habe sie dann aber doch etwas mehr interessiert. Sie habe sich aber bereits bei Studienbeginn vorgenommen, ein Biologie-Spiel zu entwickeln, sagt Schwab. «Was ich schliesslich als Bachelor-Arbeit auch getan habe.»
 

Alle Fähigkeiten nutzen

An ihrem Beruf fasziniert sie in erster Linie die Vielseitigkeit. «Als Game-Entwickler in einem kleinen Studio kann man all seine Fähigkeiten nutzen. Am Morgen überlege ich mir neue Game-Mechaniken, nachmittags heisst es Grafiken erstellen und am nächsten Tag programmieren.»

Hinzu kommen Community-Management und Projekt-Management. Auch das Arbeiten im Team mache ihr grossen Spass, sagt Philomena Schwab. Wollte sie schon immer Gameentwicklerin werden? Nein, so ihre Antwort. Als Kind habe sie «etwas mit Zeichnen» tun wollen.

Heute würde sie das als Illustratorin bezeichnen. Später kam das Geschichtenschreiben dazu. Zeichnen und Geschichten fügten sich schliesslich zur erfolgreichen Comic-Zeichnerin zusammen. «Dann kam das Programmieren dazu, und aus den Comics wurden Games.»