Weshalb, Herr Millan, haben Sie sich für das Studium des Bioingenieurs entschieden?
Bei meinem letzten Jahr an der Highschool in den USA haben wir ein Forschungsprojekt durchgeführt. Zu dieser Zeit wurde das Thema der Stammzellforschung von der Politik diskutiert.

Ich hatte die Gelegenheit, zwei Tage in einem Labor zu verbringen, wo viele faszinierende Biotechnik-Projekte entwickelt wurden. Dabei ging es unter anderem darum, Rückenmarksverletzungen zu reparieren. In diesem Moment habe ich beschlossen, Bioengineering zu studieren.
 

Sie haben später ein eigenes Projekt verfolgt. Was hat es damit auf sich?
In diesem Projekt habe ich eine Klasse von Molekülen entdeckt, die dazu verwendet werden können, Zellen in einer weichen dreidimensionalen Umgebung zu halten, wo sie sich ähnlich verhalten wie die Zellen in unserem Körper.

Dazu gehören auch Tumorzellen, wo es wichtig ist, die Bedingungen des menschlichen Körpers zu simulieren, um dereinst vielleicht Krebs heilen zu können. Das ist für mich eine wegweisende Entdeckung, die in der Krebstherapie zur Anwendung gelangen könnte.
 

Welche beruflichen Wünsche hatten Sie ursprünglich?
Da ich immer sehr gut in Wissenschaft war, haben unter anderem meine Eltern dazu geraten, Ingenieur zu werden. Später an der Highschool habe ich mich für das Studium des «Biomedizinischen Ingenieurs» entschieden.

Damals arbeitete ich mit einem Doktoranden zusammen, der ein Start-up-Unternehmen gegründet hatte. Da packte mich die Leidenschaft, mich in die Forschung einzubringen – mit Projekten, die dereinst vielleicht kommerziell umgesetzt werden können.
 

Hätten Sie je gedacht, es einmal so weit zu bringen?
Wenn man mir mit 18 Jahren gesagt hätte, dass ich einmal ein Biotechnologie-Unternehmen gründen würde, das auf meinen eigenen Forschungen basiert, hätte ich gesagt: Du bist ja verrückt! Aber ich habe konsequent an meinem Projekt gearbeitet, bis sich schliesslich der Erfolg eingestellt hat.