Herr Stoljkovic, Sie haben in Ihrer Erstausbildung «Fachmann Gesundheit» gelernt. Weshalb haben Sie sich für eine Ausbildung im Gesundheitsbereich entschieden?

Nach der obligatorischen Schulzeit wusste ich erst nicht so recht, was ich machen sollte. Meine Eltern sind beide im Gesundheitswesen tätig, meine Mutter Krankenschwester, mein Vater Anästhesiepfleger.

Sie haben mich ermutigt, diesen Weg einzuschlagen. Meinen Entscheid, eine Ausbildung im Gesundheitsbereich zu machen, habe ich noch keinen Moment bereut.

Worin sehen Sie die grössten Vorteile einer Ausbildung im Gesundheitswesen?

Eine Ausbildung im Gesundheitswesen hat Zukunft und die Jobaussichten sind später sehr gut. Pflegerische Berufe sind krisensicher und bieten vielseitige Tätigkeitsfelder mit unterschiedlichen Spezialisierungen.

Ich habe nach meiner Ausbildung als «Fachangestellter Gesundheit» nahtlos weitergemacht und an der höheren Fachschule FH als «diplomierter Pflegefachmann» abgeschlossen. Danach habe ich ein Nachdiplom in Intensivfachpflege gemacht. Heute arbeite ich als Intensivpfleger und bin sehr happy mit meinem Job.

Was hat bei Ihnen das Interesse geweckt, direkt nach der Ausbildung Weiterbildungen zu machen?

Ich habe relativ schnell nach der Ausbildung gesehen, dass ich nicht auf der «normalen» Bettenstation arbeiten möchte, sondern mich spezialisieren will. Intensivmedizin bietet viele verschiedene Facetten und ist sehr abwechslungsreich.

Mein Aufgabenbereich ist die Eins-zu-eins-Betreuung des kritisch kranken Patienten.  Neben der Betreuung spielt die Technik eine grosse Rolle. Viele Patienten auf der Intensivstation sind auf Maschinen angewiesen und ich bin unter anderem für die Überwachung zuständig.

Diese Kombination aus Technik und Pflege gefällt mir an meinem Beruf sehr gut. Gleichzeitig sieht jeder Tag anders aus und es wird definitiv nie langweilig.

Schätzungsweise zwei Drittel der Personen im Gesundheitswesen sind Frauen. Weshalb sind Männer in diesem Bereich noch immer stark untervertreten?

Während meiner Ausbildung war ich tatsächlich immer in der Minderheit. Auf der Intensivstation hingegen hat es im Vergleich zur normalen Bettenstation deutlich mehr Pfleger. Gesundheitsberufe haben noch immer ein weibliches Image und das Bild der Krankenschwester mit allen dazugehörenden Klischees hält sich hartnäckig.

Für viele Männer ist das wohl ein Grund, weshalb sie einen pflegerischen Beruf oftmals gar nicht in Erwägung ziehen. Generell ist für viele Jugendliche ein Job im Gesundheitswesen per se nicht attraktiv, weil er mit Schichtarbeit, Nacht- und Wochenenddienst sowie unregelmässigen Arbeitszeiten verbunden ist. Meiner Meinung nach überwiegen aber die Vorteile! Und auch die Schichtarbeit kann ihre Vorteile haben, etwa, dass man einen freien Tag unter der Woche geniessen kann.

Es ist wichtig, dass man Berufe im Gesundheitsbereich mehr in das Bewusstsein der Männer zieht. Vor allem Teenager, die vor der Berufswahl stehen, oder Männer, die nach einer Erstausbildung an eine Umschulung denken, sollten besser über die Möglichkeiten von Gesundheitsberufen informiert werden.

Welche Pläne haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?

Ich bin aktuell sehr zufrieden mit meiner beruflichen Situation und plane keine Weiterbildungen. Vielleicht kann ich mir eines Tages vorstellen, mich zum Ausbildner von zukünftigen Pflegerinnen und Pflegern weiterzubilden.

Welche Tipps haben Sie für Männer, die sich für einen Beruf im Gesundheitswesen interessieren?

Sie sollten sich keinesfalls von irgendwelchen Klischees und Fremdvorstellungen in ihrer Berufswahl beeinflussen lassen. Der Pflegeberuf ist ein Beruf mit guter Perspektive und tollen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Man kann sich in diesem Beruf eine Zukunft sichern und er garantiert abwechslungsreiche Tätigkeiten.  Zudem hat man die Möglichkeit, später in unterschiedliche Bereiche umzusteigen. Ich habe Kollegen, die zu Versicherungen oder in die Pharma gewechselt haben.