Du arbeitest als Physiotherapeut in einer Praxis. Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich und intensiv. Ich betreue pro Tag durchschnittlich 15 Patienten. Jeder ist anders und bringt seine eigene Geschichte mit.

Darauf einzugehen und auch die psychologische Komponente miteinzubeziehen, ist für mich spannend, jedoch auch anstrengend. Deshalb arbeite ich nur 80 Prozent.


Ich brauche die Zeit, um wieder aufzutanken.
 

Der Gesundheitsbereich gilt noch immer als Frauendomäne. Wie erlebst du das?

Ja, das stimmt. Wir hatten in unserem Studienjahrgang von 120 Studenten nur 20 Männer. Es hat sicherlich mit einer gewissen Stigmatisierung zu tun.

In anderen Ländern wie Holland oder Belgien gibt es deutlich mehr Männer in der Physiotherapie. Ich fühle mich aber sehr wohl in meinem Berufsumfeld. Lacht.

Wie wichtig ist dir eine ausgewogene Work-Life-Balance?

Sehr wichtig! Ich wusste schon immer, dass ich nicht nur Karriere und Geld machen will, sondern dass ich meinen eigenen Träumen nachgehen möchte.

Ich habe noch andere intensive Hobbys, die mir viel bedeuten. Ich mache Musik, fotografiere und trete hin und wieder an Poetry-Slams auf.

Was ist dir wichtig im Leben?

Ich möchte mich immer weiterentwickeln und nicht stehen bleiben.

Das gilt sowohl für den beruflichen wie auch den privaten Bereich. Beruflich überlege ich mir, einen Master zu machen. Privat möchte ich in den nächsten Jahren einige grössere Reisen unternehmen. Ich habe mir dafür allerdings keinen festen Zeitrahmen gesetzt und lasse es auf mich zukommen.

Langfristige Pläne zu schmieden, liegt mir eher fern; schliesslich weiss ich nicht, was noch alles kommt. Wichtig ist mir auch, authentisch zu sein und meinen eigenen Ideologien zu folgen.

Wie würdest du deine Generation beschreiben?

Ich stelle auch in meinem Bekanntenkreis fest, dass nicht zu weit vorausgeplant wird. Wir sind in einer so schnelllebigen Zeit, auch was Technik und Entwicklung anbelangt, dass niemand weiss, was in den nächsten Jahren alles kommen wird.
 

Das Motto unserer Generation würde ich so beschreiben: «Wir leben im Moment und schauen, was uns aktuell passt und zufrieden macht.»
 

Zufriedenheit ist für die Generation Y ein zentraler Aspekt. Wir sind weniger karrierebesessen, sondern möchten uns auch selbst verwirklichen. Da unterscheiden wir uns etwa von der Generation unserer Eltern.