Dein Herz schlägt schon seit Jahren für Hip-Hop. Du hast aus deinem Hobby einen Beruf gemacht. Wie ist es eigentlich dazu gekommen?

Ich hatte schon während meiner Studentenzeit genügend Aufträge. Inzwischen verfüge ich über einen Master in Psychologie, bin aber immer noch sehr glücklich mit dem Auflegen.

Mein Lebensmotto lautet «geht dorthin, wo dich dein Herz führt». Das habe ich immer getan und werde ich auch weiterhin tun.

Kannst Du von den Einnahmen leben?

Das Auflegen ist meine Haupteinnahmequelle. Daneben gebe ich noch DJ-Workshops, unterrichte Yoga und habe mit einer Freundin vor einem Jahr eine eigene Interior-Design-Agentur gegründet.

Am Abend auflegen bis in die tiefe Nacht hinein und tagsüber als Designerin arbeiten. Wie schaffst du das?

Das Auflegen beschränkt sich weitgehend auf das Wochenende. Allerdings komme ich dann immer meist erst so um fünf oder sechs Uhr morgens nach Hause.

Trotz abgedunkelten Fenstern schlafe ich zwar gut und rund sechs bis sieben Stunden, aber nicht mit dem gleichen Erholungseffekt wie sonst. Das spüre ich dann schon am anderen Tag.

Wie lange hält man das durch?

Ich lege grossen Wert darauf, auf meinen Körper und meinen Geist zu hören und Aktivitäten in meinen Alltag zu integrieren, die mir gut tun und mich glücklich machen. Meditieren und Atemübungen gehören zum täglichen Brot, zur morgendlichen Routine.

Zudem reite ich meistens am Montag, der quasi mein Feiertag ist, und erhole mich in der Natur. Eine wichtige Rolle spielt für mich auch Yoga. Ich habe eine Yoga-Lehrerin-Ausbildung absolviert.

War das immer so?

Wenn man ganz jung ist, fühlt man die langen Nächte noch nicht so stark, die Erholung ist viel weniger ein Thema, ab einem gewissen Alter aber schon. Dank meiner selbstständigen Tätigkeit habe ich die Freiheit, mir die entsprechende Freizeit zur Erholung nach eigenem Gutdünken zu nehmen.

Früher war das noch anders. Ich habe mich kaum getraut, ein paar Tage in die Ferien zu gehen. Bald gehe ich vier Monate auf Reisen, weil ich spüre, dass das das Richtige für mich ist.

Ich folge nicht einer gesellschaftlichen Vorstellung, was richtig oder falsch ist oder sich finanziell lohnt oder gut für den weiteren Lebenslauf ist, sondern ich folge meinem Herzen.

Es gibt also keine Zeiten mehr, in denen du dir sagst «Das wird mir langsam zu viel, ich muss mich mehr auf wenige Dinge konzentrieren»?

An allem, was ich heute mache, habe ich Freude. Wenn mir etwas nicht mehr passt und nicht mehr glücklich macht, ändere ich es. Diese Einsicht fehlte früher.

Und die Zukunft? Machst du dir darüber Gedanken?

Ich bin nicht der Typ, der einen genauen Zehnjahresplan im Kopf hat, sondern ich lasse alles einmal auf mich zukommen.

Auch für die Zukunft gilt «folge deinem Herzen». Wenn der Zeitpunkt zum Aufhören naht, ist noch Zeit genug, den nächsten Schritt zu planen.

Das Leben kann in so viele Richtungen verlaufen, dass ich mir darüber keine grossen Gedanken mache, solange ich mit den bestehenden Zuständen noch derart zufrieden wie heute bin.