Seit seiner Jugend engagiert er sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Nach der Abstimmung über das neue Asyl- und Ausländergesetz 2006 ist Fabian Molina (28) zu Amnesty International und Greenpeace Schweiz gestossen und zusätzlich auch der SP beigetreten.

«Politik betrifft uns alle stark», betont Molina. Das sei ihm im Zusammenhang mit seinem Vater bewusst geworden, der 1982 als Flüchtling aus Chile in die Schweiz gekommen ist.
 

«Unter dem neuen Regime hätte er wohl kein Asyl mehr erhalten.» Seither, so Molina, habe ihn die Politik nicht mehr losgelassen.
 

Der 28-Jährige hat bereits eine beeindruckende Politkarriere hingelegt. Ist das Glück beziehungsweise Zufall oder hat er hart und gezielt darauf hingearbeitet? «Vor allem Glück», hält Molina fest. Aber selbstverständlich stecke auch Arbeit dahinter. «Eine politische Karriere lässt sich aber nicht gut planen», relativiert er gleichzeitig.

«Oft kommt es darauf an, dass man zum richtigen Zeitpunkt für ein politisches Mandat bereit ist.» Und dies sei eben vielfach vom Glück oder Zufall abhängig.

Globale Lösungen finden

Molina hat mit 16 Jahren angefangen, sich politisch zu engagieren. In der Politik gehe es in erster Linie darum, die Zukunft zu gestalten, sagt er. «Junge Leute sind von der Zukunft naturgemäss mehr betroffen als ältere Menschen.»

Deshalb sei es für ihn naheliegend gewesen, sich bereits in jungen Jahren politisch zu betätigen. Wo setzt der SP-Nationalrat heute seine politischen Schwerpunkte? «So, wie die Welt im Moment funktioniert, kommt es nicht gut», ist er überzeugt.

Er habe das Glück, Mitglied der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats zu sein.

Um die Probleme dieser Welt langfristig angehen zu können, müssten globale Lösungen gefunden werden. Das treffe auch auf den Klimawandel beziehungsweise die gegenwärtige Klimapolitik der Schweiz zu.

Derzeit befinde sich die Schweiz diesbezüglich im unteren Mittelfeld. «Wenn wir hier keine zukunftsfähigen Lösungen finden, wird es uns nicht gelingen, die Pariser Klimaverträge zu erfüllen», sagt Molina.

Das Pariser Übereinkommen umfasst einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzen soll, um einem gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken. Wichtig, so Molina, sei, dass die Schweiz die Pariser Klimaverträge eins zu eins einhalte und umsetze.


«Wir müssen jetzt handeln, um eine grössere Klimakatastrophe abzuwenden.»
 

Lehrreiche Lebensphase

Bis vor drei Monaten war Molina wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Hilfswerk Swissaid. Zurzeit, so sagt er, sehe er sich nach einer neuen Tätigkeit um. Konkrete politische Ambitionen habe er momentan nicht, fügt er an.

Und dereinst für den Bundesrat zu kandidieren, werde für ihn sicher nicht infrage kommen. «Dafür ist mir meine persönliche Freiheit zu wichtig.» In seiner knapp bemessenen Freizeit spielt Molina in einer Theatergruppe mit. Zudem lese er gerne oder treffe sich mit Freunden auf ein Glas Wein.

An erster Stelle kommt bei ihm aber die Politik. Nach Abschluss der Matura und diversen Nebenjobs hat Molina von 2011 bis 2014 neben seinem Studium in Geschichte und Philosophie als Gewerkschaftssekretär gearbeitet.

Von 2010 bis 2016 war er Parlamentarier in seiner Heimatgemeinde Illnau-Effretikon und nebenbei in diversen Funktionen für die SP und Juso aktiv. 2014 wurde er zum Präsidenten der Juso Schweiz gewählt.

«Gemeinsam mit unzähligen engagierten Mitstreitern habe ich mich für Freiheit, Gleichheit und Solidarität eingesetzt», blickt Molina zurück.

Das sei eine prägende und lehrreiche Lebensphase gewesen. Nach seinem Rücktritt vom Juso-Präsidium 2017 absolvierte er ein Auslandssemester in Madrid und arbeitete auf der entwicklungspolitischen Abteilung eines Schweizer Hilfswerks. Seit März 2018 politisiert er jetzt für die Zürcher SP im Nationalrat.