Die Mathematik, die er in der Schule kennengelernt habe, sei für ihn nie mehr als ein Werkzeug gewesen und habe ihn deshalb nicht sonderlich interessiert, blickt Egger zurück.

«Ich kam jedoch privat schon früh in Kontakt mit dem Computer und lernte, Spiele zu programmieren. In der Spielentwicklung stiess ich auf unzählige spannende Probleme, davon waren viele mathematischer Natur», fügt er an.

Erst als er mehr durch Zufall an einem Informationsevent für Gymnasiasten eine Probevorlesung in Mathematik besucht habe, sei für ihn klar geworden, dass es eigentlich die Mathematik hinter der Informatik ist, die ihn interessiert habe.

«Ich habe die Mathematik durch die Informatik kennengelernt und es sind noch immer jene mathematischen Probleme, die in der Informatik Anwendung finden, welche mich am meisten interessieren. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Verschlüsselung von Daten.»

Unterschiedliche Charaktere

Weshalb studiert Egger Mathematik an der Universität? Diese biete ein sehr breites Spektrum an Nebenfächern an, zudem könne man einen grossen Teil des Studiums mit Wahlmodulen füllen, antwortet er. In der Mathematik sei es sogar ohne zusätzlichen Aufwand möglich, Wahlmodule an einer anderen Hochschule zu besuchen.

«Ich wollte immer zusammen mit verschiedenen Menschen studieren. Ein Indiz dafür, dass die Mathematik an der Universität unterschiedliche Charaktere anzieht, war für mich die ausgeglichene Anzahl an Frauen und Männern, die Mathematik studieren.» A

ls er am Studieninformationstag zum ersten Mal auf dem Weg zur Universität gewesen sei, habe er sich zudem in den universitären Campus verliebt. Dieser Campus, der sich am anderen Ende eines Parks befindet, durch den man jeden Morgen spazieren könne, habe seine romantischen Vorstellungen eines Studiums übertroffen.

Gefragte Mathematiker

Er bekomme immer wieder zu hören, dass Mathematiker auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. «Ich kann dies insofern bestätigen, als ich niemanden kenne, der nach dem Mathestudium keinen gut bezahlten Job gefunden hat», sagt Egger. Vor allem Versicherungen, Banken und Beratungsunternehmen suchten aktiv nach Mathematikern, aber auch Mathelehrer an Gymnasien seien gefragt.

«Es stehen uns viele Türen offen, doch um an eine wirklich spannende Stelle zu gelangen, müssen sich auch Mathematiker ins Zeug legen.» Zurzeit arbeitet Egger an seiner Masterarbeit, was ihm Freude macht.

«Falls dies so bleibt, werde ich mich vielleicht für eine Doktorats-Stelle bewerben. Andernfalls suche ich ein Praktikum im In- oder Ausland», kann er sich vorstellen. Was rät er dem Nachwuchs, der sich ebenfalls für ein Mathematikstudium interessiert? «Ich denke, man kann sich erst definitiv für das Mathematikstudium entscheiden, nachdem man es begonnen hat.

Innerhalb der ersten paar Wochen merkt man, ob einem dieses Studium wirklich zusagt», sagt Egger. Deshalb empfiehlt er unter anderem, schon am Anfang des Studiums mit einem Nebenfach zu beginnen, in das man nahtlos wechseln kann, falls einem das Mathestudium nicht gefallen sollte. «Zusätzlich rate ich, unbedingt den Kontakt zu Studenten höherer Semester zu suchen.»