Gemeinsam mit seinem Bruder Timon hat Fabrice Sieber vom Pontonier-Sportverein Luzern an der Schweizer Meisterschaft 2016 im Pontonierfahren in seiner Kategorie den ersten Rang erreicht. «Beim Pontoniersport umfahren wir Hindernisse auf dem Wasser. Im weitesten Sinne ist es ähnlich wie beim Kajakfahren», erklärt Fabrice Sieber. «Ein Pontonierfahrer muss vorausschauend die Hindernisse ansteuern. Unser schweres Boot lässt sich in der Strömung nicht so einfach wenden. Also müssen wir den Verlauf des Wassers mit einberechnen, wenn wir auf ein Hindernis zusteuern.»

Genauso ehrgeizig und ambitioniert wie beim Pontonierfahren geht Fabrice Sieber auch seine Berufsausbildung an. Der 18-Jährige absolviert derzeit im dritten Lehrjahr eine Ausbildung als Aufzugsmonteur.

Ich versuche, möglichst viel davon zu profitieren.

Dabei lernt er, die mechanischen, elektromechanischen und elektronischen Komponenten zu einem Aufzug zusammenzubauen. Weshalb hat sich Fabrice Sieber für diese Berufsausbildung entschieden? Seine Antwort kommt prompt: «Der Beruf ist äusserst vielseitig und spannend. Ich versuche, möglichst viel davon zu profitieren.»

Immer wieder nachfragen

Die Ausbildung zum Aufzugsmonteur erfordert umfangreiches Wissen in Mechanik, Elektro-, Maschinen- und Anlagentechnik sowie handwerkliches Geschick. Wie eignet sich der 18-Jährige dieses Wissen an? «Ich habe von Anfang an meinem Ausbildner immer gut zugehört», sagt Fabrice Sieber. Zudem habe er sich stets zahlreiche Notizen gemacht. «Wenn ich etwas nicht auf Anhieb verstanden habe, habe ich nicht gezögert, auch mehrmals nachzufragen», ergänzt er.

Die berufliche Grundbildung als Aufzugsmonteur dauert vier Jahre, inklusive ein bis zwei Schultage in der Woche. Im ersten und zweiten Bildungsjahr erhalten die Lernenden die Grundausbildung als Polymechaniker oder Anlagen- und Apparatebauer.

Im dritten und vierten Bildungsjahr erfolgt die Schwerpunktausbildung zum Aufzugsmonteur auf der Baustelle. Zu Beginn sei die Ausbildung sehr anspruchsvoll gewesen, blickt Fabrice Sieber zurück. «Heute habe ich aber alles im Griff, auch wenn das Ganze manchmal sicher nicht einfach ist.»

Vom Vater lernen können

Das Berufsbild des Aufzugsmonteurs erfordert gute Schulnoten vor allem in Mathematik. Hier war Fabrice Sieber von Anfang an sattelfest. «Seit Beginn meiner Ausbildung hatte ich da nie grosse Probleme. Auch physikalische Fragestellungen haben mir meist keine Mühe bereitet», sagt er mit sichtlichem Stolz. Weiter braucht es für den Beruf handwerkliches Geschick, zudem muss man schwindelfrei und körperlich fit sein sowie gerne im Freien arbeiten.

Die körperliche Fitness hat Fabrice Sieber nie Probleme bereitet. «Was die Schwindelfreiheit betrifft, hatte ich zu Beginn schon etwas ein komisches Gefühl», räumt der 18-Jährige ein. Man gewöhne sich aber an die Arbeit in der Höhe und der Arbeitssicherheit werde viel Gewicht beigemessen.

Die Tätigkeit im Freien sei speziell im Winter bei Minustemperaturen manchmal schon etwas hart. «Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit.» Gefragt sind für den Beruf zudem ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Verständnis. «Hier hatte ich von Anfang an keine Schwierigkeiten», sagt Sieber. Zudem habe er einiges von seinem Vater lernen können, der ebenfalls in einem technischen Beruf tätig ist.

Er hat noch viel vor

In seiner Freizeit treibt Fabrice Sieber Sport, in erster Linie Pontonierfahren. Daneben fährt er gerne Ski und geht zwischendurch auch mal ins Fitnessstudio. Was bedeutet ihm der Schweizermeister-Titel, den er gemeinsam mit seinem Bruder Timon 2016 errungen hat? «Der Titel bedeutet mir sehr viel und ich bin stolz darauf. Vor allem auch, weil ich gemeinsam mit meinem Bruder hart auf dieses Ziel hingearbeitet habe», betont Sieber.

Nach Abschluss seiner Ausbildung möchte der 18-Jährige vorerst ein Jahr lang als Aufzugsmonteur arbeiten. «Anschliessend habe ich vor, die Berufsmaturität nachzuholen. Später möchte ich eine Ausbildung am Technikum absolvieren und dann im Bereich der Aufzugstechnik als Ingenieur wieder zu Schindler zurückkehren.»