Mehr beachtung im Bildungssystem

Verschiedene in der Schweiz durchgeführte Studien zur Berufs- und Studienwahl im MINT-Bereich geben Hinweise, worauf es bei dieser Wahl ankommt. Einer sticht besonders hervor:
 

Die Entscheidung von Jugendlichen zugunsten einer beruflichen Laufbahn mit MINT-Bezug ist wesentlich davon abhängig, wie sie sich selbst im Umgang mit technischen und naturwissenschaftlichen Themen einschätzen.
 

Dieses sogenannte Selbstkonzept bezüglich MINT ist ein Schlüsselaspekt, dem im Bildungssystem noch stärkere Beachtung zu schenken ist. Ebenso ist den unterschiedlichen Bedürfnissen von Mädchen und Knaben besonders Rechnung zu tragen, um die bei den meisten Kindern vorhandene Neugier für natürliche und technische Phänomene in ein Interesse für ein schulisches und berufliches Engagement im MINT-Bereich weiterzuentwickeln.

Nachwuchsproblematik

Die Nachwuchsproblematik präsentiert sich sehr unterschiedlich. Während etwa die Umweltwissenschaften, die Architektur oder gewisse Handwerksberufe keine Nachwuchsprobleme verzeichnen, ist bei manchen Ingenieurwissenschaften oder dem medizinischen Fachpersonal die Lage prekär. Einfache Lösungen gibt es nicht. Ein hohes Potenzial besitzt aber zweifellos die Technikförderung, der im heutigen Ausbildungssystem noch eine untergeordnete Rolle zukommt.

Grundlagen in Mathematik und Physik, an denen Jugendliche oft scheitern, sind in vielen MINT-Berufen zentral und können über die Technikförderung altersgerecht und praktisch vermittelt werden.

Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, denen sich die Menschen in unserer modernen Gesellschaft gegenübersehen, ist auch ein gewisses naturwissenschaftliches Grundverständnis (scientific literacy) wichtig. Man denke nur an den Wandel etwa in der Mobilität, Medizin oder Telekommunikation, der sowohl von Privatpersonen wie Berufsleuten eine Änderung von Gewohnheiten und ein immer weitreichenderes Verständnis von technischen Zusammenhängen abverlangt.

Was ist zu tun?

Um die MINT-Bereiche umfassend zu fördern, sind die verschiedenen Denkweisen und Methodiken der einzelnen M-, I-, N- und T-Disziplinen zu berücksichtigen sowie ein ausgewogenes Angebot mit theoretischer Auseinandersetzung und praktischem Arbeiten gefordert. Naturwissenschaftliches Forschen und Suchen nach neuen Erkenntnissen ist ebenso wichtig wie die Anwendung technischer Fähigkeiten und Kreativität in Form von Erfinden, Gestalten und Problemlösen.

Die Qualität und Art und Weise, wie schulische und ausserschulische Lernumgebungen und -angebote geplant und durchgeführt werden, ist von zentraler Bedeutung. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz, insbesondere die Akademie der Naturwissenschaften und die Akademie der Technischen Wissenschaften, fördern die Qualität in der Nachwuchsförderung und der MINT-Allgemeinbildung aktiv. Im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) führen sie das Programm «MINT Schweiz».

Sie wenden sich damit an die vielen öffentlichen und privaten MINT-Akteure, indem sie diesen ein kompetitives Gefäss zur Finanzierung von MINT-Förderinitiativen zur Verfügung stellen. Darüber hinaus analysieren die Akademien die verschiedenen Angebote und machen sie transparent, sie identifizieren Lücken und zeigen Best Practice auf, sie vernetzen die Akteure und machen Kooperationspotenziale sichtbar.

Dies alles für eine zielgerichtete MINT-Förderung in der Schweiz, für einen starken Werk- und Forschungsplatz in unserem Land.

Weitere Informationen unter akademien-schweiz.ch